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Stern-Reporter wagt den Grenzgang

Pflegenotstand. Diesen Begriff kennen wir seit den 80er-Jahren. Er steht für zu wenig Personal und zu geringe Gehälter in Kliniken und Heimen. Ein Reporter des Magazins STERN hat in diesem Bereich recherchiert und wagt einen Grenzgang: Er startete als Privatperson eine Unterschriftensammlung für eine Bundestagspetition. Das mit Rückendeckung der Redaktion.

Recherchen machten dem Reporter Angst

Deutschland befindet sich seit Jahrzehnten im Pflegenotstand. STERN-Reporter Bernhard Albrecht startete im Zuge seiner Recherchen eine Bundestags-Petition. 165 Tausend Menschen haben bis heute unterschrieben.
Bei der stationären Pflege hakt es seit Jahren in grundlegenden Punkten, so seine Erkenntnis:
„Da geht es um Forderungen, die die Pflegekräfte seit Jahrzehnten erheben: Also mehr Wertschätzung – die sich dann auch in höheren Gehältern und Zulagen ausdrückt –, flexiblere Arbeitszeitmodelle, konsequente Sperrung von Betten und Stationen, wenn gute Pflege nicht möglich ist. Es kann aber nur funktionieren, wenn man eben ganz grundsätzlich ans Gesundheitssystem rangeht. Es muss der Gedanke raus, dass Pflegeheime und Krankenhäuser Gewinn erwirtschaften müssen. Denn Gesundheit ist Daseinsfürsorge – so wie Feuerwehr und Polizei.“
Während seinen Recherchen ging ihm dieser Fall besonders ans Herz:
„In dem Artikel habe ich erzählt von einem 34-jährigen Familienvater, Sven Lehmann, der kam mit einer Herzmuskelentzündung ins Krankenhaus und der stirbt dann irgendwann zwischen ein- und fünf Uhr morgens, wird aber erst um 8 Uhr vom Frühdienst entdeckt. Warum? Weil die Nachtschwester nie im Zimmer war. Die war nämlich allein mit 24 Patienten, hatte alle Hände voll zu tun und das ist in Deutschland die Regel. Es geht nicht nur darum, dass Pflegekräfte bessere Arbeitsbedingungen haben, sondern darum, dass wir unseren Aufenthalt im Pflegeheim oder im Krankenhaus ohne Schaden überstehen.“
So entstand die Idee, dass der Reporter mit der Rückendeckung des STERN die Bundestagspetition ins Leben gerufen hat
„Dass der STERN zum Unterschreiben einer Bundestagspetition aufruft, ist ein Grenzgang. Denn Medien sollen ja eigentlich objektiv berichten – so sieht das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der schon Wind von unserer Kampagne bekommen hat. Aber ich finde, die Pflege ist eine Ausnahme von der Regel. Das Wort Pflegenotstand gibt es seit dem Jahr 1984 – es geht nichts voran. Obwohl die jetzige Bundesregierung mit der konzertierten Aktion ‚Pflege‘ sehr viel anstößt und die haben auch wirklich gute Ansätze. Deshalb die wohl überlegte Entscheidung: Wir machen eine Bundestagspetition. Ich bin der Petent, ich reiche sie ein und ich bin auch Bürger. Und ich habe Angst um mein eigenes Alter – ehrlich gesagt.“, sagt Stern-Reporter Bernhard Albecht zur Pflege-Notstands-Petition.

Neue Rolle für die stationäre Pflege durch Reform

Der Pflege müsste mit einer Reform eine neue Rolle zugedacht werden, so der Reporter:

„Also die Pflege muss auf Augenhöhe mit den Ärztinnen und Ärzten kommen. Das geht natürlich nur, wenn Pflegekräfte sich weiter qualifizieren können und das geht dann los bei den Pflegehelfern, denen der Weg zur Fachkraft erleichtert werden muss. Und setzt sich dann fort mit Weiterbildungen, also sowas wie Intensivpflege und Wundversorgung, die sich auch deutlich im Gehalt niederschlagen, wenn man sie macht. Und dann braucht man einen bestimmten Anteil, Fachleute sagen 20 Prozent, an Pflegekräften mit Hochschulstudium, die die Wissenschaft ans Krankenbett bringen, weil die sich ja auch ständig weiterentwickelt.

Weitere Infos und die Möglichkeit, zu unterschreiben gibt’s im Internet unter stern.de/pflegepetition

Gute Gründe für 24-Stunden-Pflege

Es ist davon auszugehen, dass sich – wie bereits seit den 80er-Jahren – nicht viel an der Situation in den Pflegeeinrichtungen ändern wird. Die Situation im stationären Bereich bewegt zu Recht viele Menschen dazu, den Angehörigen eine Pflege in Würde zu erhalten. Umso wichtiger ist eine persönliche und menschliche Pflege auf Augenhöhe mit Kräften vor Ort, die sich tatsächlich um die Hilfebedürftigen kümmern – und nicht den Überblick in völlig überfüllten Einrichtungen verlieren. Pflege24.expert bietet seinen Kunden die individuelle Betreuung zu günstigen Konditionen an