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Branche in der Krise: Illegale 24-Stunden-Betreuerinnen sitzen im Heimatland fest

Durch Corona ist es schwieriger geworden, osteuropäische Pflegekräfte für deutsche Senioren zu finden – auch weil viele Beschäftigte illegal in Deutschland waren. Bei den Agenturen steigt seitdem die Nachfrage, berichtete die Tagesschau am 22.04.2020.

Eine fatale Situation macht sich jetzt also bemerkbar in der „scheinbar legalen Welt der Entsendekräfte“: Der Nachschub von Betreuerinnen wurde durch Corona schlagartig unterbrochen. Das bislang gut funktionierende „regelmäßige Personal-Austausch-System“ hat ganz ohne genauere Untersuchungen und Verbote der zuständigen Behörden derzeit völlig von selbst ein jähes Ende gefunden.

So trennt sich nun die Spreu vom Weizen plötzlich ganz automatisch: In Deutschland legal sozialversicherungspflichtig angestellte Betreuerinnen, die hier voll angemeldet wohnen und arbeiten ohne Aufenthaltsdauerbeschränkungen, können wie im Falle unserer Firma ganz normal weiter arbeiten, da sie ja nicht als „Touristen“ alle 3 Monate zurück in die Heimat müssen.

Deshalb sind wir von Pflege24.expert weiter voll leistungsfähig, während andere Agenturen derzeit händeringend nach Lösungen suchen, die illegalen Kräfte wieder nach Deutschland zurück zu bekommen.

Nach Schätzung des Verbandes Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) findet die Pflege durch die rund 300.000 bei uns im Land eingesetzten Osteuropäer in der häuslichen Pflege zu 90 Prozent in Schwarzarbeit statt. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass so ziemlich jeder Dienst mit der scheinbaren Rechtmäßigkeit seiner Leistungen wirbt.

Theoretisch dürfen die illegal beschäftigten Pflegekräfte in Corona-Zeiten überhaupt nicht mehr nach Deutschland einreisen. Nur wer einen triftigen Grund hat, also etwa eine legale Beschäftigung, darf über die Grenze zurück kommen. Leider gibt es an einigen Grenzübergängen dennoch Schlupflöcher: Die Rechtmäßigkeit wird offenbar nicht in allen Fällen kontrolliert – mangels Kontroll-Personal, vielleicht auch wegen fehlendem Willen und Fachwissen.

Um es anschaulich zu erklären:

• Staatsbehörden scheuen scheinbar bislang die genauere Untersuchung aller Entsende-Agenturen in Deutschland, denn zu viel steht auf dem Spiel: tausende nicht finanziell gut ausgestattete Familien, die auf billigere Kräfte aus dem europäischen Ausland dringend angewiesen sind, stürzen dann in einen Pflegenotstand.

Dabei wäre ein erster Kontrollschritt durch Behörden, aber auch die Auftraggeber (also die betroffenen Familien, die sich bei der Gewährung von Schwarzarbeit automatisch mit schuldig machen) denkbar einfach: Das sogenannte A1-Formular, das die Rechtmäßigkeit der Sozialversicherung der Entsendekraft im Heimatland beweist, liegt beim Tag der Einstellung nicht vor – schließlich muss dieses vor Antritt bei der Behörde im Heimatland erst einmal beantragt und genehmigt werden. Wenn die Entsendekraft bereits wenige Tage nach der Unterschrift des Vertrages ihren Dienst beginnt, kann es schlichtweg nicht mit rechten Dingen zugehen.

• Weiter darf eine Entsendekraft nicht alle 3 Monate einfach so ausgetauscht werden, um durch eine weitere Person ersetzt und nach kurzer Pause wieder zum Auftraggeber zurückzukehren.

• Und zusätzlich ist noch der Knackpunkt vorhanden: Die Entsendekraft muss im Heimatland mindestens 25 Prozent des Jahres dort für die entsendende Firma auch tätig sein – das heisst: im Heimatland als Pflege-, Putz- oder Haushaltskraft bei anderen Kunden arbeiten. Diese heimischen Auftraggeber sind aber bei der Vielzahl der Briefkastenfirmen meist nicht vorhanden. Woher auch? Oft werden Scheinfirmen von deutschen Unternehmern gegründet, ohne dem echten Willen, tatsächlich aktiv in Rumänien, Polen, Ungarn, etc. zu werden.

Österreich will tausende Rumänen schneller mit Sonderzügen ins Land bringen

Österreich will laut Berichten vom 28.04.2020 jetzt mit Sonderregelungen die Ausgangs- und Transportbeschränkungen für Kräfte aus Rumänien lockern. So arbeiten beide Länder an einem Konzept für Sonderzüge. Rund 35.000 der 70.000 24-Stunden-Betreuerinnen in Österreich kommen aus Rumänien. Die Not scheint gross auf dem Markt, denn die Regierung will die rumänischen Pflegehelferinnen sogar mit staatlichem Geld zur Mehrarbeit belohnen: Frauen, die ihren Turnus in Österreich freiwillig bereits um vier Wochen verlängert haben und nicht zu ihren Familien nach Hause fuhren, können jetzt einen Bonus in Höhe von 500 Euro erhalten, so die österreichische Regierung.

Zahlen
Osteuropäische Pflegekräfte in Deutschland: rund 300.000
Schätzungen illegaler Kräfte lauf Verband VHBP: ca. 90% in Schwarzarbeit

Links
Wie ein A1-Formular auszusehen hat: Hier das A1-Formular bei Krankenkassen.de
Bericht der Tagesschau: Wenn die Pflegekraft wieder nachhause fährt